Die Kinder- und Jugendgruppe „Die Chillies“ der Kirchengemeinde St. Marien hat sich jetzt mit dem Thema „Flucht“ auseinandergesetzt.

chillies„Wir wollen, dass ihr nicht ertrinkt“

Jugendgruppe „Chillies“ aus Griesheim bemalt Holzplanken für Sternsingeraktion „Leben retten“

GRIESHEIM – (hau). Die Kinder- und Jugendgruppe „Die Chillies“ der Kirchengemeinde St. Marien hat sich jetzt mit dem Thema „Flucht“ auseinandergesetzt. Mit sechs symbolischen Holzplanken beteiligt sich die Gruppe an der bundesweiten Sternsingeraktion „Leben retten“.

„Wir wollen, dass ihr nicht ertrinkt!“, die Mahnung „So nicht!“ und der Wunsch „Kommt gut an!“ stehen unter anderen auf den mit Wachsstiften bemalten Holzplanken. Die Zeichnungen zeigen hohe Wellen, überfüllte und gekenterte Boote, aber auch Schiffe mit wenigen Menschen unter einem Regenbogen zwischen der Flagge von Syrien und der von Deutschland.

Auf Holzplanke steht: Wir müssen es stoppen

„Es ist schrecklich, dass Menschen in überfüllten Booten über das Meer müssen und dabei ertrinken“, kommentiert Sarah (11) ihre Malarbeit. Lara (12) läuft es bei der Vorstellung, dass Kinder auch allein unterwegs sind, eiskalt den Rücken hinunter. „Wenn man alle Tränen, die die Flüchtlinge weinen, zusammentun würde, würde das bestimmt 100 Milliarden Liter ergeben und jeden Tag werden es mehr. Deshalb müssen wir es stoppen“, hat Annika (11) daher auf eine Holzplanke geschrieben.

Dass sie mit ihren Aktivitäten Teil einer großen Aktion werden, macht die Griesheimer Kinder stolz. Ihre bunt bemalten Holzplanken werden noch in diesem Monat zum Kindermissionswerk nach Aachen gebracht, wo die Planken aller Teilnehmer gesammelt werden, um daraus ein großes symbolisches Rettungsboot zu bauen. Dieses soll den Politikern und anderen Verantwortlichen am Weltflüchtlingstag 2016 (20. Juni) präsentiert werden.

Unter dem Motto „Christlich – Peppig – Entspannt“ und mit dem Ziel, Kindern zwischen Kommunion und Firmung die Möglichkeit zu geben, die christliche Gemeinschaft mit Spaß zu erleben, gründeten Christine Pelzer, Birgit Stoll und Michaela Zimmermann im September mit den „Chillies“ eine neue Gruppe, in der sie Glauben und Leben zusammenbringen wollen. Beim ersten Grillen-Chillen-Treff entstand der Wunsch „etwas über die Flüchtlinge zu erfahren“.

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Landkarte mit den Wegen der Flüchtlinge

Durch Zufall wurde Christiane Pelzer auf die Aktion „Leben retten“ aufmerksam, die Kindern die Möglichkeit bietet, sich auf ihre Weise mit den Nachrichten über die Flucht von Menschen auseinanderzusetzen.

Die „Chillies“ haben auf einer Landkarte die Wege der Flüchtlinge nachvollzogen, sich überlegt, was man eigentlich mitnehmen kann, wenn man nur einen einzigen Rucksack hat und ihre Sorge um Flüchtlinge in kreativer Weise zum Ausdruck gebracht. Die 30 Kinder waren sich einig, dass die Politiker die Not der jungen Menschen in überfüllten Booten nicht mehr übersehen dürfen. „Wir wollen, dass keine Menschen im Mittelmeer sterben“, war daher ihre Kernbotschaft bei der Gestaltung der Bootsplanken. Diese wurden von Pfarrer Engelbert Müller in einem Familiengottesdienst, der von den „Chillies“ mitgestaltet wurde, gesegnet. Weitere Informationen gibt es dann auch unter http://lebenretten.sternsinger.org.

Quelle: Darmstädter Echo (14.11.2015) / Gudrun Hausl